Short Stories in German and English - Kurzgeschichten auf Deutsch und Englisch
Parallel Translations - Parallele Übersetzungen

A Language Guide
Articles and Resources for Anyone Trying to Learn a Foreign Language


Articles | German Resources | German Short Stories | Language Resources Directory


Main Site search powered by Freefind.com. Get your own free search engine!


[deutsche Übersetzung - German translation]    [englische Übersetzung - English translation]    [zurück nach oben - back to top of page]


Die Zeitung

eine Kurzgeschichte von Kathy Steinemann

deutsche Übersetzung

Anmerkung der Verfasserin: Diese Geschichte veranschaulicht den Gebrauch von indirekter Rede in der deutschen Sprache. Hier wird sie zu literarischen Zwecken und zur Übung verwendet. Heutzutage wird sie nicht sehr oft benutzt.


Es war heiß, fast schwül, als Karl Ritter das Cafe betrat. Das Grollen der Klimaanlage war ärgerlich - doch unbedingt nötig. Er zuckte mit den Achseln und ging zu einem Tisch neben der Tür. Die Kellnerin kam sofort und fragte ihn, was er bestellen wolle.

Er sagte, dass er einen Kaffee, eine Schale Chili und die Zeitung wünsche. Sie nickte mit dem Kopf, füllte seine Tasse und reichte ihm die Zeitung von heute. Er dankte ihr und begann zu lesen.

In der Zeitung stand der gewöhnliche Quatsch: ein Mord in der Maywood Allee (eine junge Frau), Geburten, Ehen, noch ein Tsunami in Indonesien - und was war das? Der Benzinpreis sei 2 Cent weniger als gestern? Das konnte nicht wahr sein. Das müsste ein Druckfehler sein. Benzin wurde jeden Tag teurer.

Alle Büroangestellten in der Stadt träten in Streik. Hm. Man baue eine neue Schule um die Ecke in der Nähe des Cafes. Merkwürdig. Er erinnerte sich an keine nah gelegenen Bauarbeiten. Tja. Es spielte auch keine Rolle.

Karl las weiter und bestellte noch einen Kaffee. Er plauderte auch mit der Kellnerin eine Weile. Sie heiße Frieda Hoffnung, sagte sie. Sie habe eine Wohnung in der Maywood Allee und gehe jeden Tag zu Fuß zur Arbeit. Nein, sie wisse nichts über eine neue Schule. Ja, sie sei sicher - es gebe keine Schule.

Noch ein Druckfehler?

Frieda saß noch ein bisschen länger bei ihm. Sie war ziemlich hübsch. Ihr schwarzes Haar war kurz und lockig. Ihre Lippen sahen feucht und glänzend aus. Schöne azurblaue Augen mit langen schwarzen Wimpern erhellten das Gesicht, wenn sie lächelte. Sie sprach viel über ihre Mutter (Frieda lebte noch bei ihrer Mutter) und ihre winzige Wohnung.

Sie lachte, als sie verriet, dass ihre Adresse Maywood Allee 777 sei. Das sei sicher eine Glück bringende Zahl!

Karl hatte ziemlich rasch die ganze Zeitung überflogen. Er beschloss, die Zeitung noch einmal sorgfältiger zu lesen. Vielleicht könnte er auch weiter mit Frieda plaudern. Er musste zugeben, dass er dabei war, sich Hals über Kopf in sie zu verlieben.

Er las weiter, gelegentlich einen kurzen Blick auf sie stehlend.

Die Zeitung berichtete, dass der Mord gestern Abend der siebte Mord in sieben Jahren am 30. Juli gewesen sei. Das Mordopfer sei eine junge Frau, die in der Maywood Allee 777 gewohnt habe.

Karl runzelte die Stirn. War das nicht Friedas Adresse? Er winkte ihr zu und fragte sie, ob zu Hause alles in Ordnung sei. Sie nickte und lächelte.

Karl beschloss, die Bauarbeiten um die Ecke zu überprüfen. Er sagte Frieda, er werde gleich zurückkommen und legte 10 Dollar auf den Tisch neben seinen Kaffee. Er trat durch die Tür, mit der Zeitung in der Hand, und blickte flüchtig auf die erste Seite. Quatsch! Das Datum war falsch. Der Tag und Monat waren richtig, aber das Jahr war nächstes Jahr, nicht dieses.

Mensch! Unerwartet riss der Wind die Zeitung aus seiner Hand.

Er rannte um die Ecke und schaute sich sorgfältig um. Keine Bauarbeiten. Keine Schule. Er kratzte sich den Kopf, runzelte nochmals die Stirn und rannte zum Cafe. Die Tür war noch geöffnet. Er trat ein, um wieder mit Frieda zu sprechen. Er konnte sie nicht sehen. Eine andere Kellnerin stand an der Kasse.

Karl fragte: „Wo ist Frieda?“

Die neue Kellnerin erwiderte: „Frieda? Wer ist Frieda?“

„Die Kellnerin, die vor ein paar Minuten noch hier war.“

„Es tut mir leid, mein Herr. Wir haben keine Frieda hier.“

Karl ging zum Tisch. Sein Geld war nicht mehr da und auch der Kaffee und das Chili waren weg. Er fragte: „Können Sie mir einen Kaffee bringen, bitte, und auch die Zeitung von heute?“

„Ja, sofort, mein Herr!“

Die Kellnerin füllte seine Tasse und reichte ihm die Zeitung von heute. Er dankte ihr und begann wieder zu lesen.

In der Zeitung stand der gewöhnliche Quatsch: ein Mord in der Woodward Allee (ein junger Mann), Geburten, Ehen - und der Benzinpreis sei 1 Cent höher als gestern. Ein neues Ölfeld sei in der Antarktis entdeckt worden. Ein Wissenschaftler in Alberta, Kanada, habe eine neue Technologie zur Erdölförderung erfunden. Die Zeitung berichtete auch, dass der Mord gestern Abend der sechste in sechs Jahren am 30. Juli gewesen sei.

Eine neue Schule werde für diese Nachbarschaft geplant und der Arbeitsvertrag der Angestelltengewerkschaft werde nächsten Monat auslaufen. Das Datum dieser Zeitung war richtig. Etwas stimmte nur nicht. Karl schlürfte seinen Kaffee und überlegte ein wenig.

Plötzlich öffnete sich die Tür und eine junge Frau mit einer Suchanzeige in der Hand trat herein. Ihr schwarzes Haar war kurz und lockig. Ihre Lippen sahen feucht und glänzend aus. Sie hatte wunderschöne azurblaue Augen mit langen schwarzen Wimpern.

Sie ging zur Kasse und fragte: „Entschuldigen Sie! Ich möchte mich für diese Stelle bewerben. Ich heiße Frieda, Frieda Hoffnung.“


Noch eine Anmerkung der Verfasserin: Theoretiker, die sich mit Jimmy Hoffa befassen, werden bemerken, dass das Datum mit dem identisch ist, an dem Jimmy Hoffa verschwand. Die Adressen sind fiktiv, jedoch gibt es diese Straßen in der Heimatstadt Jimmy Hoffas (Bloomfield Hills, Detroit). Ich weiß nicht, ob die Straßen 1975 in Detroit existierten oder nicht. Friedas Name klingt auch ein bisschen wie „Hoffa“.


(C) Kathy Steinemann. Alle Rechte vorbehalten!



[deutsche Übersetzung - German translation]    [englische Übersetzung - English translation]    [zurück nach oben - back to top of page]


The Newspaper

a Short Story by Kathy Steinemann

English Translation

Author's Note: This story illustrates the use of indirect speech in the German language. It is employed here for literary and practice purposes. Nowadays it isn't used very often.


It was hot, almost oppressive, as Karl Ritter entered the cafe. The rumbling of the air conditioner was annoying - but absolutely necessary. He shrugged his shoulders and went to a table next to the door. The waitress came over right away and asked him what he wanted to order.

He said that he wanted a coffee, a bowl of chile, and the newspaper. She nodded her head, filled his cup and passed him today's newspaper. He thanked her and began to read.

In the newspaper was the usual drivel: a murder on Maywood Avenue (a young woman), births, marriages, another tsunami in Indonesia - and what was that? The price of gas was 2 cents less than yesterday? That couldn't be true. It must be a misprint. Gas was getting more expensive every day.

All of the clerical workers in the city were going on strike. Hmm. They were building a new school around the corner near the cafe. Strange. He didn't remember any construction nearby. Oh well. It didn't matter.

Karl continued to read and ordered another coffee. He chatted awhile with the waitress as well. Her name was Frieda Hoffnung, she said. She had an apartment on Maywood Avenue and walked to work every day. No, she didn't know anything about a new school. Yes, she was sure - there was no school.

Another misprint?

Frieda sat with him for awhile longer. She was rather pretty. Her black hair was short and curly. Her lips looked moist and shiny. Beautiful azure-blue eyes with long black eyelashes lit up her face when she smiled. She talked a lot about her mother (Frieda still lived with her mother) and their tiny apartment.

She laughed as she revealed that her address was 777 Maywood Avenue. That was certainly a lucky number!

Karl had scanned the entire newspaper rather quickly. He decided to read the paper again, more carefully. Perhaps he could also chat more with Frieda. He had to admit to himself that he was falling head over heals in love with her.

He continued to read, occasionally stealing a quick peek at her.

The newspaper reported that the murder last night had been the seventh murder in seven years on July 30. The victim was a young woman, who had lived at 777 Maywood Avenue.

Karl frowned. Wasn't that Frieda's address? He waved to her and asked her if everything was ok at home. She nodded and smiled.

Karl decided to check out the construction around the corner. He told Frieda he would come right back and laid 10 dollars on the table next to his coffee. He stepped through the door with the newspaper in his hand, and glanced quickly at the first page. Crap! The date was wrong. The day and month were correct, but the year was next year, not this year.

Shoot! Unexpectedly, the wind ripped the paper out of his hand.

He ran around the corner and looked around carefully. No construction. No school. He scratched his head, frowned once more, and ran to the cafe. The door was still open. He stepped inside so that he could speak with Frieda again. He couldn't see her. Another waitress was standing at the till.

Karl asked, "Where is Frieda?"

The new waitress responded, "Frieda? Who is Frieda?"

"The waitress who was here just a couple of minutes ago."

"I'm sorry, sir. We don't have a Frieda here."

Karl went to the table. His money wasn't there any longer, and there wasn't any coffee or chili either. He asked, "Could you please bring me a coffee, and today's paper as well?"

"Yes, right away, sir!"

The waitress filled his cup and passed him today's paper. He thanked her and began to read again.

In the newspaper was the usual drivel: a murder on Woodward Avenue (a young man), births, marriages - and the price of gas was 1 cent higher than yesterday. A new oilfield had been discovered in the Antarctic. A scientist in Alberta, Canada had invented a new oil extraction technology. The newspaper also reported that the murder yesterday evening was the sixth in six years on July 30.

A new school was being planned for this neighborhood, and the contract for the clerical workers' union was expiring next month. The date on this newspaper was correct. Something just wasn't right. Karl sipped his coffee and pondered a bit.

Suddenly the door opened and a young woman with a want ad in her hand stepped inside. Her black hair was short and curly. Her lips looked moist and shiny. She had beautiful azure-blue eyes with long black eyelashes.

She walked to the till and asked, "Excuse me! I would like to apply for this position. My name is Frieda, Frieda Hoffnung."


Another Author's Note: Jimmy Hoffa theorists will notice that the date is the same as the date that Jimmy Hoffa disappeared. The addresses are fictitious; however they are streets in Jimmy Hoffa's hometown (Bloomfield Hills, Detroit). I don't know if the streets existed in Detroit in 1975 or not. Frieda's name also sounds a bit like "Hoffa".


(C) Kathy Steinemann. All rights reserved.



[deutsche Übersetzung - German translation]    [englische Übersetzung - English translation]    [zurück nach oben - back to top of page]




Ob Sie Englisch oder Deutsch lernen, diese Geschichten werden hoffentlich lehrreich sein. ... für deutsche oder englische Lerner. Alles ist kostenlos - gebührenfrei - gratis.

Whether you are learning English or German, hopefully these stories will be educational. ... for German or English learners Everything is free - no charge - complimentary.

Dual-language texts in this area of the website include prose and poetry in side-by-side English and German versions. These resources are presented for students, teachers, or language enthusiasts. This short paragraph of English-only text is provided for more targeted search results.



Language Teacher. Electronic pocket talking translators
Pocket Translators - Translating Software - Multiple Languages - Purchase Online

All content copyright A-Language-Guide.com and K. Steinemann. All rights reserved.



Date:  Last Modified: