Short Stories in German and English - Kurzgeschichten auf Deutsch und Englisch
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Das Richtige?
eine Kurzgeschichte von Kathy Steinemann
deutsche Übersetzung
Dr. Josef war einer der angesehensten Wissenschaftler und Autoren der Welt, und heute war sein großer Tag. Sein unterirdisches Labor summte mit schwindender Intensität, als es in den Ruhezustand wechselte und die Notlichtanlage sich anschaltete.
Er seufzte, hob sein letztes Buch auf, öffnete es, starrte auf die erste Seite und las: „Das Ende der Welt ist nahe. Es bleiben uns nur noch 50 bis 100 Jahre, bevor Umweltverschmutzung, der Terroranschlag eines Verrückten, Atomkrieg oder Übervölkerung eine Folge von Ereignissen entzündet, die uns alle vernichten werden.“
Er nickte mit dem Kopf. Ja, diese Erklärung wurde eindeutig durch seine Forschung bewiesen. Die Menschheit würde nicht überleben, es sei denn, eine Katastrophe oder eine Krankheit löschte 75 % bis 80 % der Bevölkerung aus. Dann würde die Menschheit sich allmählich vermehren und die Erde wieder bevölkern.
Einige Leute glaubten ihm.
Die meisten nicht.
Jedenfalls würde er sich heute Nachmittag auf eine Signiertour aufmachen - zu Buchhandlungen in Frankreich, Kanada, in den USA, China, Japan, Südafrika - und mehreren anderen Ländern. Seine Tour würde 30 Tage dauern. Sein Plan war, danach zurück nach Hause zu fliegen und seine Forschung fortzusetzen.
Doch -
Doch warum sollte er weitermachen? Er legte das Buch nieder und griff in seine Tasche. Die Lösung zur Notlage der Welt lag hier in seiner Handfläche - eine hermetisch verschlossene Spritze gefüllt mit einem wirksamen Virus, das er nach jahrelanger Forschung entwickelt hatte.
Das Virus war äußerst ansteckend und übertrug sich schnell durch die Luft. Die ahnungslosen Opfer blieben wochenlang ohne Symptome, bis sie ins Koma fielen und ungefähr zwei Tage danach starben. Der gesamte Krankheitsprozess war schmerzlos, mit einer Überlebensrate bei unter 10 %.
Es war einfach gewesen, Testpersonen zu finden. Er hatte mit Tieren angefangen und war dann zu Menschen übergegangen. Es war für ihn leicht, sich in die öden Gassen der Armenviertel außerhalb der Stadt hinauszuwagen. Er schenkte einem Obdachlosen einen mit Beruhigungsmittel versetzten Schokoriegel. Sobald die Droge zur Wirkung kam, lud er den schlaffen Körper in seinen Lastwagen. Niemand bemerkte das gelegentliche Verschwinden dieser mitleiderregenden Geschöpfe.
Das Obergeschoss von Dr. Josefs Labor außerhalb der Stadt war für jedermann sichtbar und das Thema vieler Fernsehdokumentarfilme gewesen.
Jedoch wurden seine geheimen Experimente tief im Untergrund durchgeführt. Die bewusstseinsverändernden Begleiterscheinungen der Psychosedativa, die er rund um die Uhr verabreichte, machten seine Opfer hilflos und kooperativ. Es gab kein Schreien ... kein Stöhnen ... keine scheinbare Grausamkeit.
Der Verlauf war prognostizierbar. Der letzte schwierige Atem eines Patienten klang zu einem kaum hörbaren Flüstern ab, während die Lippen sich blau verfärbten. Der Doktor zog dann seine Schutzausrüstung an und schaffte den Leichnam in eine Desinfektionskammer, die durch ein Laser-Mikrowellen-Hybridverfahren angetrieben wurde. Biologisches Gewebe wurde hier sekundenschnell in feinen, weißen Puder verwandelt.
Die nur sehr wenigen Opfer, die überlebten, waren wegen der Beruhigungsmittel in solch einem Zustand der Verwirrung, dass sie keine Ahnung davon hatten, was ihnen geschehen war, wenn sie sich plötzlich wieder an ihren alten Lieblingsplätzen befanden. Nach ihrer Genesung waren sie nicht mehr ansteckend.
Die Untersuchung ihrer DNA hatte eine genetische Unregelmäßigkeit enthüllt, eng verbunden mit der, die man bei Nachkommen von Überlebenden der Beulenpest sowie bei einigen von AIDS Geheilten sah. Leider hatte seine DNA-Analyse gezeigt, dass er selbst nicht gegen das Virus immun war.
Während seiner Reise im folgenden Monat wollte Dr. Josef Obdachlose in den Armenvierteln im Ausland ausfindig machen und ihnen das Virus einspritzen. Die Welt würde erst nach Monaten begreifen, was geschah. Nach ihrem Ausbruch würde die Krankheit schnell um sich greifen. Niemand würde ihn verdächtigen. Er würde bereits lange weg sein, bevor die Weltgesundheitsorganisation den Auslöser identifizieren könnte.
Er öffnete seinen Koffer. Er war gepackt und bereit für die Reise, mit 29 Spritzen - schlau als Insulin getarnt.
Mit zitternden Fingern streichelte er die Spritze in seiner Hand, bevor er sie neben die anderen legte - und stöhnte. Die Augen voller Tränen, verzog er vor Verzweiflung das Gesicht, als ein Bild seiner Frau und seiner Tochter in sein Bewusstsein drang. Sie waren die neuesten Opfer gewesen - unschuldig, ahnungslos und unbeabsichtigt einem Unglück erlegen, das aufgrund eines Luftaustritts aus der Patienten-Isolierkammer entstanden war.
Sie hatten die wahre Natur seiner Forschung nie vermutet.
Sie hatten gedacht, er arbeitete an einem streng geheimen Regierungsprojekt zur Bekämpfung eines Virus, das von Terroristen entwickelt wurde.
Sie waren beide vor zwei Wochen gestorben. Es hatte kein Begräbnis, keine Trauernden, keine Blumen oder Beileidsbekundungen gegeben. Er hatte Familienmitgliedern und Freunden erklärt, dass sie in einem abgelegenen Gebiet des Amazonas-Regenwalds Forschung betrieben.
Er stöhnte erneut, von Verzweiflungsgefühlen zermalmt, sein Körper von geräuschlosem Kummer gequält ... weiter
The Right Thing?
a Short Story by Kathy Steinemann
English Translation
Dr. Joseph was one of the most respected scientists and authors in the world, and today was his big day. His subterranean lab hummed with decreasing intensity as it powered down into hibernation mode while the emergency lighting system activated.
He sighed, picked up his latest book, opened it, stared at the first page and read, "The end of the world is near. We have only 50-100 years before pollution, a lunatic terrorist, nuclear war, or overpopulation sparks a chain of events that annihilates all of us."
He nodded. His research definitely confirmed that statement. The human race would not survive unless a catastrophe or disease killed 75% to 80% of the population. Humankind would then slowly reproduce and the earth would eventually repopulate itself.
A few people believed him.
Most did not.
In any case, this afternoon he would be heading out on a book-signing tour - to bookstores in France, Canada, the USA, China, Japan, South Africa - and several other countries. His tour would last 30 days. Afterwards, he planned to fly home and continue his research.
But -
But why should he continue? He put down the book and reached into his pocket. He had the answer to the world's plight right here in the palm of his hand - a hermetically sealed syringe filled with a potent virus that he had developed after years of research.
The virus was extremely contagious, transmitted quickly through the air. Unsuspecting victims were symptomless for weeks, until lapsing into a coma, followed by death about two days thereafter. The entire disease process was painless, and the survival rate was less than 10%.
It had been simple to find test subjects. He had started with animals. Then he had moved on to humans. It was easy to venture out into deserted alleys in the slums of nearby communities. He offered a homeless person a sedative-laced chocolate bar, and loaded the limp body into his van once the drug took effect. Nobody missed the occasional disappearances of these pathetic creatures.
The upper floor of Dr. Joseph's lab on the outskirts of the city was open for the world to see, and had been the topic of numerous television documentaries.
However, his covert experiments were conducted deep underground. The mind-altering effects of the psychosedatives he administered round-the-clock rendered his victims helpless and cooperative. There was no screaming ... no moaning ... no apparent inhumanity.
The process was predictable. The last labored breath of a patient faded to a barely audible whisper as the lips turned blue. The doctor then donned protective gear and disposed of the body in a sanitization chamber, powered by a hybrid laser-microwave process that turned biological tissue into fine white powder within seconds.
The very few victims who survived were in such a state of disorientation from the sedation that they had no idea of what had happened to them when they suddenly found themselves back in their old haunts. Once they recovered, they were no longer contagious.
Research into their DNA had revealed a genetic anomaly closely linked to that seen in descendants of bubonic plague survivors and a few people who had recovered from AIDS. Unfortunately, analysis of Joseph's DNA showed that he was not immune.
While he traveled over the next month, Dr. Joseph intended to find homeless people abroad in slum neighborhoods and inject them with the virus. It would take months for the world to realize what was happening. Once established, the disease would spread quickly. Nobody would suspect him. He would be long gone before the World Health Organization identified the trigger.
He opened his suitcase. It was packed and ready to go, containing 29 injections - cleverly disguised as insulin.
He stroked the syringe in his hand with trembling fingers before positioning it next to the others - and groaned. His eyes filled with tears, and he grimaced in despair while a vision of his wife and daughter invaded his consciousness. They had been the most recent victims - innocent, unsuspecting, and unintended sacrifices caused by an air leak from the now vacant patient isolation chamber.
They had never suspected the true nature of his research.
They thought he was working on a top-secret government project to combat a virus developed by terrorists.
They had both died two weeks ago. There had been no funeral, no mourners, no flowers or expressions of regret. He had told family members and friends that they were doing research in an isolated area of the Amazon Rain Forest.
He groaned once more, crushed by feelings of despair, his body wracked by silent grief ... continue
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