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Ritter Matthias und die Suche nach den magischen Münzen

eine Kurzgeschichte von Kathy Steinemann

deutsche Übersetzung

Ritter Matthias lebte in einem Fantasieland mit unsichtbaren Libellen; sprechenden Bäumen; Vögeln, die ihre Farben und Formen wie Chamäleons verändern konnten, und versteckten magischen Münzen. Er war ein Meister im Rätsellösen und Sachensuchen. Er spielte gern mit seiner magischen Taschenlampe, die er verwendete, sooft er nach Sachen suchte.

Eines Abends nach dem Abendessen spielte er mit Lady Klaudia. Sie war ein hübsches Mädchen aus einem anderen Fantasieland. Sie hatte langes rotbraunes Haar und blaue Augen.

Lady Klaudia war soeben dabei, Matthias eine Geschichte über Jesus zu erzählen, als die beiden plötzlich eine blaue Reiherin erblickten, die versuchte, Fische im Goldenen Fischteich zu fangen. Ritter Matthias rannte zur Reiherin und sagte ihr in lauter Stimme: „Halt! König Vati und Königin Mutti, Herrscher des Fantasie-Königreiches, haben gesagt, dass es dir nicht erlaubt ist, irgendwelche Fische in diesem Teich zu essen. Du musst für all die Fische, die du gefressen hast, bezahlen - oder sonst kommst du ins Gefängnis!“

„Warte doch!“, jammerte die arme Vogelfrau. „Bitte sperr mich nicht ein! Wenn du vier Rätsel lösen kannst, werde ich dir verraten, wo ich meinen Schatz magischer Münzen versteckt habe!“

„Gut!“, sagte Ritter Matthias. „Ich werde dich nicht einsperren, aber du musst trotzdem aus dem Fischteich herauskommen.“

Die Reiherin trat vorsichtig aus dem Teich heraus und erwiderte: „Danke schön! Hier sind die vier Rätsel.“

Die Reiherin sprach ziemlich rasch in der Hoffnung, dass Ritter Matthias vielleicht einige wichtige Teile der Rätsel überhören würde, damit sie ihn nicht bezahlen musste. „Was bricht jeden Tag an - doch bricht sich nichts? Was hat Tasten - doch tastet nach nichts? Was spricht - doch hat keinen Mund? Was geht nach oben und nach unten - doch bewegt sich nicht?“

„Also“, sagte Ritter Matthias, „wann muss ich diese Rätsel lösen?“

„Morgen früh - nach dem Frühstück!“ antwortete die Reiherin, während sie Wasser in sein Gesicht spritzte und schnell, ihr Schwanz leise zuckend, dahinflog.

Lady Klaudia und Ritter Matthias beschlossen, nach Münzen zu suchen, während sie über die Rätsel nachdachten. Die Nacht begann anzubrechen und es wurde dunkel; deshalb verwendeten sie die magische Taschenlampe, um in jeden Winkel zu schauen. Manchmal überraschten sie eine unsichtbare Libelle und konnten hören, wie sie ärgerlich s-s-s-s-s-s-u-mm-mm-t-e. Der Vollmond machte alles unheimlich und gruselig und sie konnten die Bäume im Wind flüstern hören.

Bald sahen sie eine riesengroße silberne Münze in einer großen Pfütze. Doch jedes Mal, wenn sie nach der Münze griffen, kräuselte sich das Wasser und die Münze verschwand. Sobald das Wasser wieder still wurde, erschien die Münze wieder. Sie versuchten viele Male, nach ihr zu greifen, doch beschlossen frustriert, ihre Suche anderswo fortzusetzen.

Der nächste Ort, wohin sie liefen, war die Heiße Quelle im Flüsternden Wald. Dort sahen sie noch eine silberne Münze und versuchten, sie aus dem Wasser zu holen. Doch dasselbe passierte. Mensch! Was war los? Die Münze lag einfach dort, als ob sie sich über die beiden lustig machte.

Sie seufzten und gingen weiter, bis sie den Ahornsirup-Teich erreichten. Dort war eine andere Münze! Aber kein Glück! Sie konnten sie einfach nicht aus dem Wasser bekommen.

Sie setzten sich beide und dachten ein bisschen nach, während sie sich im Licht des silbernen Mondes aalten.

Plötzlich begriff Ritter Matthias, dass die Münze eigentlich das Spiegelbild des Vollmondes war. Verflucht! Die Suche heute war offensichtlich zu Ende. Es war spät - beinah Schlafenszeit.

Ritter Matthias nahm Abschied von Lady Klaudia, als ihre Eltern kamen, um sie heimzubringen; dann schlenderte er auf dem goldenen Gehweg zu seinem Schloss hinauf und öffnete die Tür.

Er überlegte ein bisschen, während er auf den Tasten seines Spielzeugklaviers herumhämmerte. Er dachte sich ein kleines Lied aus - doch es war traurig, denn er war traurig. Er konnte keines der Rätsel lösen.

Während er tief in Gedanken versunken war, hörte er das Telefon klingeln. „In Märchen gibt es keine Telefone.“, sagte er zu sich. „Na gut. Ich glaube, dies ist mein Märchen und ich kann ein Telefon darin haben, wenn ich will.“

Ritter Matthias steuerte auf die Treppe zu, die zu seinem Schlafzimmer führte. Er stieg die Treppe hinauf ... dann hinab ... noch einmal hinauf ... und endlich beschloss er, seinen Schlafanzug anzuziehen. Danach sagte er gute Nacht zu seinem kleinen Brüderchen, Jackson. Dann deckten König Vati und Königin Muti ihn zu.

Er warf sich die ganze Nacht im Bett herum, aber als er den nächsten Morgen wieder aufwachte, lächelte er und sagte: „Ich habe all die Rätsel gelöst, während ich träumte. Diese Reiherin spielt mir besser keine Streiche. Ich will nur echte magische Münzen, keine Spiegelbilder.“

Er frühstückte sehr schnell und ging dann nach draußen und wartete neben dem Goldenen Fischteich. Kurz danach hörte er das Flattern der Flügel in der Luft und beobachtete, wie die Reiherin heranflog und neben ihm landete.

„Na.“, sagte die Reiherin. „Hast du die Lösungen meiner Rätsel?“

„Klar!“, sagte Ritter Matthias. „Jeden Tag nach dem Abendessen wird es dunkel, wenn die Nacht anbricht. Die Nacht bricht an - doch bricht sich dabei nichts.“

„Verflixt!“, sagte die Reiherin. „Ich wette, du weißt allerdings nicht die Lösungen zu den anderen Rätseln!“

„Doch ja! Ich hämmere auf den Tasten meines Spielzeugklaviers herum, wenn ich mir neue Lieder ausdenke. Mein Spielzeugklavier hat Tasten - doch tastet nach nichts.“

„Zweimal verflixt!“, sagte die Reiherin. „Du hast aber noch zwei weitere Rätsel zu lösen.“

Matthias lächelte. „Das Telefon spricht - doch hat keinen Mund. Ein Telefon ist die Lösung deines dritten Rätsels.“

„Dreimal verflixt!“, rief die Reiherin aus. „Du hast noch ein letztes Rätsel zu lösen. Was geht nach oben und nach unten - doch bewegt sich nicht? Ich wette, du weißt nicht, was das ist.“

Matthias antwortete: „Sicher weiß ich das! Das ist wirklich einfach! Die Treppe geht nach oben und nach unten - doch bewegt sich nicht.“

„Viermal verflixt!“, sagte die Reiherin. „Du hast alle vier Rätsel gelöst. Gut. Ich werde dir verraten, wo ich meine magischen Münzen versteckt habe - in einem weiteren Rätsel. Die Münzen sind unter etwas, was drinnen kalt ist, draußen warm ist, wie Glas aussehende Stückchen spuckt und in deinem Haus wohnt.“ Dann, bevor Matthias mit den Augen blinzeln konnte, verwandelte sich die Reiherin in einen Schmetterling und flitzte weg.

Er runzelte die Stirn, während er den goldenen Gehweg zu seinem Schloss hinaufging. Er bat Königin Mutti um ein Glas Saft mit etwas Eis und beobachtete, wie sie zum Kühlschrank ging. Mit einem Mal lächelte er und dachte sich: „Der Kühlschrank ist drinnen kalt, draußen warm und spuckt Eisstückchen. Das Eis sieht wie Glas aus!“

Er griff seine magische Taschenlampe, krabbelte zum Kühlschrank und schaute darunter, als er nach den Münzen der Reiherin suchte. Da waren sie!

Gespannt griff er die Münzen und teilte sie in zwei Stapel. Er gab Königin Mutti einen Stapel und sagte: „Die sind für Jackson. Vielleicht kannst du ihm ein Spielzeug kaufen. Ich werde meine in mein Portemonnaie stecken und bis zu unserer nächsten Einkaufsfahrt aufheben. Hier ist auch eine Münze für Lady Klaudia. Sie hat zwar keine Rätsel gelöst, aber sie hat mir gestern Abend beim Münzensuchen geholfen."

Ritter Matthias lächelte zufrieden und beschloss, sich an diese Geschichte zu erinnern, damit er Jackson all die Rätsel erzählen könnte, sobald er groß genug war, um sie zu verstehen.

Anmerkung der Verfasserin:
Die deutsche Version der meisten Rätsel unterscheidet sich von der englischen, da sich Wortspiele nicht immer wortwörtlich übersetzen lassen.

Wörtliche Übersetzungen:
Was fällt jeden Tag - doch verletzt sich nicht?
Was hat Schlüssel - doch kann Schlösser nicht öffnen?
Was hat einen Ring - doch keinen Finger?
Was geht hinauf und hinab - doch bewegt sich nicht?

Was bricht jeden Tag an - doch bricht sich nichts?
Was hat Tasten - doch tastet nach nichts?
Was spricht - doch hat keinen Mund?
Was geht hinauf und hinab - doch bewegt sich nicht?

(C) Kathy Steinemann. Alle Rechte vorbehalten!



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Knight Matthew and the Quest for the Magic Coins

a Short Story by Kathy Steinemann

English Translation

Knight Matthew lived in a pretend land with invisible dragonflies, trees that could talk, birds that could change colors and shapes like chameleons, and hidden magic coins. He was very good at riddles and questing. He liked to play with his magic flashlight, which he used whenever he searched for things.

One night after supper, he was playing with Lady Claudia. She was a pretty girl from another pretend land. She had long, reddish-brown hair and blue eyes.

Lady Claudia was in the middle of telling Matthew a story about Jesus, when suddenly, they spotted a blue heron trying to catch fish in the Golden Fishpond. Knight Matthew ran up to the heron and told her in a loud voice, "Stop! King Daddy and Queen Mommy, rulers of the Pretend Kingdom, said that you are not allowed to eat any of the fish in this pond. You have to pay for all the fish you ate - or go to jail!"

"But wait!" wailed the poor bird, "Please don't put me in jail! If you can answer four riddles, I will tell you where I hid my stash of magic coins!"

"Ok," said Knight Matthew. "I won't send you to jail, but you still have to get out of the fishpond."

The heron stepped gingerly out of the pond and replied, "Thank you so much! Here are the four riddles."

The heron spoke rather quickly, hoping that Knight Matthew might miss some important parts of the riddles, so she wouldn't have to pay him. "What falls every day - but doesn't get hurt? What has keys - but can't open locks? What has a ring - but no finger? What goes up and down - but doesn't move?"

"Well," said Knight Matthew, "when do I have to answer these riddles?"

"Tomorrow morning - after breakfast" answered the heron, splashing water onto his face as she quickly flew away with a little flick of her tail.

Lady Claudia and Knight Matthew decided to quest for coins while they thought about the riddles. Night was falling, and it was getting dark, so they used the magic flashlight to look into nooks and crannies. Sometimes they would surprise an invisible dragonfly and they could hear it buzz-zz-zz-zz in annoyance. The full moon made everything look creepy and spooky, and they could hear the trees whispering in the wind.

Soon they saw a huge silver coin in a big puddle of water. Every time they reached for the coin, though, the water would ripple, and the coin would disappear. As soon as the water got quiet again, the coin would reappear. They tried and tried to grab it, but finally became frustrated and decided to continue their quest somewhere else.

The next place they went to was the Hot Spring Pool in the Whispering Forest. They saw another silver coin, and tried to take it out of the water, but the same thing happened. Every time they disturbed the water, the coin disappeared. Man! What was going on? The coin just lay there, as though it was making fun of them.

They sighed, and continued on their way until they reached the Maple Syrup Pond. There was another coin! No luck, though. They just couldn't get it out of the water.

They both sat down and pondered a bit, basking in the light of the silvery moon.

Suddenly, Knight Matthew realized that the coin was actually the reflection of the full moon. Darn! Guess that was the end of the questing for today. It was getting late - almost bedtime.

Knight Matthew said goodbye to Lady Claudia as her parents came to take her home, then strolled up the golden footpath to his castle, and opened the door.

He pondered a bit as he plunked away on the keys of his toy piano. He invented a little song - but it was sad because he was sad. He couldn't solve any of the riddles.

While he was deep in thought, he heard the telephone ring. "There aren't supposed to be any telephones in fairytales," he said to himself. "Oh well, I guess this is my fairytale and I can have a ringing telephone in it if I want to."

Knight Matthew headed toward the stairs that went up do his bedroom. He climbed up the stairs... then down... up again... and finally decided to put on his pajamas. After that, he said goodnight to his baby brother, Jackson. Then King Daddy and Queen Mommy tucked him in.

He tossed and turned all night in bed, but when he awoke the next morning, he smiled to himself and said, "I figured out the answers to the riddles while I was dreaming. That heron had better not play any tricks on me. I want real magic coins, not reflections."

He ate breakfast quickly, then went outside and waited by the Golden Fishpond. Soon he heard the flapping of wings overhead and watched as the heron descended and landed next to him.

"Well," said the heron, "do you have the answers to my riddles?"

"Sure!" said Knight Matthew. "Every day after supper, it gets dark when night falls. Night falls, but it never gets hurt!

"Rats!" said the heron. "I bet you don't know the answers to the other riddles, though!"

"Yes I do! I play on the keys of my piano when I am thinking up new songs. My piano has keys - but can't open locks."

"Double rats!" said the heron, "But you still have two more riddles to answer."

Matthew smiled. "The telephone rings, but doesn't have any fingers. A telephone is the answer to your third riddle."

"Triple rats!" exclaimed the heron. "You still have one last riddle to answer. What goes up and down, but doesn't move? I bet you don't know what that is."

Matthew answered, "Sure I do! That one is really easy! Stairs go up and stairs go down, but they don't move."

"Quadruple rats!" said the heron. "You solved all four riddles. Ok. I'll tell you where I hid my magic coins - in another riddle. The coins are underneath something that is cold inside, warm outside, spits out chunks that look like glass, and lives in your house." Then before Matthew could blink an eye, the heron turned into a butterfly and flitted away.

He frowned as he walked up the golden footpath to his castle. He asked Queen Mommy for a glass of juice with some ice in it and watched as she went to the fridge. All of a sudden, he smiled and thought to himself, "The fridge is cold inside, warm outside, and spits out chunks of ice. The ice looks like glass!"

He grabbed his magic flashlight and scrambled to the fridge - peering underneath as he looked for the heron's coins. There they were!

Excitedly, he grabbed the coins and divided them into two piles. He gave one pile to Queen Mommy and said, "Those are for Jackson. Maybe you can buy him a toy. I am going to put mine in my wallet and save them for our next shopping trip. Here is a coin for Lady Claudia, too. She didn't know any of the answers to the riddles, but she helped me look for coins last night."

Knight Matthew smiled contentedly, and decided to remember this story, so he could tell Jackson all the riddles when he was big enough to understand.

Author's note:
Most of the riddles are different in English and German, due to different ways of expressing certain concepts in the two languages.

Literal Translations:
What falls every day - but doesn't get hurt?
What has keys - but can't open locks?
What has a ring - but no finger?
What goes up and down - but doesn't move?

What falls every day - but doesn't break?
What has keys - but doesn't grope?
What talks - but doesn't have a mouth?
What goes up and down - but doesn't move?

(C) Kathy Steinemann. All rights reserved.



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